Kanufahren auf dem Lake Bunyoni

Donnerstag, 06.02.2014

Nach dem Frühstück starteten wir mit dem ansässigen Führer Fred mit zwei Kanus auf dem Lake Bunyoni. Ob wir selbst paddeln wollen wurden wir alle gefragt, wir lächelten uns kurz an und entschieden, dass wir nach den gestrigen Strapazen des Gorillatrackings heute weniger Anstrengungen auf uns nehmen wollen. Wir haben wirklich die Gorillas gesehen, es fühlt sich noch nicht so real an! Wir saßen inmitten der Gorillafamilie. Zurück zur Kanufahrt. Also wurden wir chauffiert. Bei diesem See handelt es sich um einen Süßwassersee. Leider kann ich die Größe nicht schätzen und mein Reiseführer gibt dazu keine Zahlen, also bitte selbst nachschlagen, wenn es jemand genauer wissen möchte. Es ist ein Paradies, welches ich in Afrika nicht erwartet hatte. Ich glaube keiner von uns hatte erwartet, dass Uganda so unbeschreiblich grün und lebendig ist. Durch die satte Vegetation sind selbst die Tiere weniger knochig als in Kenya. Das Land ist hügelreich mit vielen Bäumen und Ackerland, welches in Terrassen angelegt ist. Der See, an dem es immer etwas diesig ist, wirkt so mystisch und erinnert mich an Bilder aus Vietnam. Der See liegt auf ungefähr 1900m über dem Meeresspiegel und die Luft ist spürbar dünner.

 

Zurück zur Kanufahrt. Die Überfahrt auf die gegenüberliegende Landseite dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Wer heute jedoch einen entspannten Tag im Kanu erwartet hatte, wurde gleich auf den Boden der afrikanischen Realität zurückgeholt. Wir stiegen auf zur Schule, in der wir bereits von den Schülern erwartet wurden. Wir durften in die Klassenräume schauen. Genau wie in den vielen Reportagen, die wir bereits gesehen haben. Es wirkt wie aus einem anderen Jahrhundert. Wie glücklich wir uns schätzen können all die kostenlose Bildung in Anspruch nehmen zu dürfen. Man nimmt vieles als Selbstverständlichkeit hin. Viele der Kinder können nicht in die Schule gehen, da sie den Eltern helfen müssendas Land zu bewirtschaften um ausreichend Essen in die Mägen zu bekommen. Ich hatte eine Tüte voll mit Stiftenvon zuhause mitgenommen, die einer der Lehrer unter den Schülern aufteilte.

Es folgte ein weitererAufsstieg zur dorfeigenen „Destillerie“ und „Braucherei“. Wir durften den Bananenginund das selbstgebraute Bier versuchen. Der Gin hatte etwas von Tequila und Vodka. Das Bier ließen wir an uns vorüber gehen, wer weiß wie unsere Mägen darauf reagieren.

Und schon ging es weiter hinauf, um den unglaublichen Ausblick zu genießen und bei einer Familie ein typisches Mittagessen zu bekommen. Zuerst aßen wir Ananas und anschließend bekamen wir Kartoffeln, Süßkartoffeln, Zwiebelgemüse, Bohnengemüse und Ernusssoße. Es war lecker! Die Früchte sind immer wieder eine Gaumenfreude; man bekommt nicht genug davon.

Es folgte der Abstieg. Wir wurden bereits von einem Motorboot am Steg erwarrtet. Die Bootsfahrt dauerte eine gute halbe Stunde und führte uns auf ruandischen Boden. Es war ein kleiner Warenumschlagsplatz zwischen den Ländern Uganda, Ruanda und dem Kongo. Der Dorfvorsteher empfing uns und hieß uns willkommen. Wieder einer dieser Momente, den ich nie vergessen werde. Die Menschen dort sind so arm, dass die Kleider aus mehr Löchern als Stoff bestehen. Die wenigstens Leute tragen Schuhe und die Anzahl derer, die Schuhe tragen, die man daheim als tragbar und funktionstüchtig halten würde, ist gleich gegen Null. Ich schäme mich ein wenig, dass ich so oft daheim „nichts“ im Schrank habe und die Kinder stehen hier teilweise mit Hungerbäuchen.

In dieser Gegend gibt es auch Pygmäen, Buschmänner, wie man sie von den ersten Bildern kennt, die in die westlicche Welt gebracht wurden. Große weiße Männer mit weißen Bärten und daneben kleine Buschmänner, die sich schon damals als Jäger in den Regenwäldern ernährten. Seit dieser Zeit hat sich an der Ernährung der Pygmäen nicht viel verändert. Sie sind immer noch ein Volk der Jäger und gehen täglich mit Pfeil und Bogen in den Wald. Sie jagen alles was der Wald hergibt. Zu ihrer bevorzugtesten Fleisch gehört das Waterbag. Die Pygmäen zeigten uns wie sie mit Pfeil und Bogen schießen und ließen uns dies auch ausprobieren und schon ging unsere Fahrt auf dem Lake Bunyoni weiter in Richtung „Lbrakolonie“. Dort wurden einst die erkrankten gepflegt. Seit 1996 gab es keine Neuinfektionen und die Häuser wurden als Schule umfunktioniert. Nach einem kurzen Spaziergang über die Insel wurden wir auf der anderen Inselseite vom Motorboot empfangen. Wir fuhren vorbei an einer Insel auf der wir Waterbags und ein sehr scheues Zebra im Wald entdecken konnten, wieder zurück zu unserem Campingplatz.

Ein langer Tag neigt sich dem Ende und wir schicken liebe Grüße in die Heimat.

Das Gorilla Trekking

Mittwoch, 05.02.2014

Heute war es endlich soweit und unser Aufstieg in die Nebenwälder zwischen Uganda, Rwanda und dem Kongo standen an. Wir waren schon etwas nervös, da es sehr anstrengend sein soll.

Bereits um 4:15h mussten wir aufstehen, um nach gegen halb sechs mit den Rangern in Bwindi Nationalpark zu fahren. Fahrzeit 2 Stunden, auf unbefestigter Straße.

Nach einer kurzen Einweisung wurden wir unserem Ranger und somit auch einer der 4 Gorillafamilien auf ugandischem Gebiet. Wir haben uns je einen Träger genommen, der sowohl unseren Rucksack, als auch uns helfend zur Seite stand.

Der Aufstieg begann gegen 08:45h und war wirklich herausvordernd. Die Steilhänge waren wirklich hart und es war so anstrengend. Wir haben bis circa 11:30h gebraucht, bis wir die Gorillafamilie erreicht hatten. Zwei Sucher waren uns eine Stunde voraus gegangen, um die Fährte aufzunehmen und uns den schnellsten Weg zu den Gorillas über das Funkgerät mitzuteilen.

Unbeschreiblich - da waren die Gorillas. Sie lagen unter den Bäumen und Büschen und haben sich ausgeruht. Nur der Kleinste war am Spielen und das mit meinem Schuh!!!!!!!!!! Ich konnte es nicht glauben, durfte ihn aber nicht anfassen und musste ihn abhalten mich an den Händen anzufassen, da Gorillas auch an menschliche Krankheiten anstecken können, da ihr Immunsystem nicht dahingehend trainiert ist. Es ist ein kleines Männchen und ungefähr 14 Monate alt. Wir hatten eine Stunde mit Ihnen, die viel zu schnell verflog. Genau in diesem Moment sind alle auch aufgestanden und weiter gezogen. Sie haben genau die Stunde auf uns gewartet, bis der Silberrücken aufstand (vorher war er eigentlich nur durch das Gebüsch schlecht zu sehen, aber er hat uns ständig beobachtet). Ein Muskelberg, man kann es nicht beschreiben.

Um 14:30 h waren wir wieder an der Station und uns wurde das Zertifikat über die erfolgreiche Suche nach einer der letzten wild lebenden Berggorillafamilien überreicht.

Ich kann nicht oft genug sagen, wie beeindruckend, aber auch Kräfte raubend es war.

Auf dem Heimweg haben wir noch für ein paar Fotos vom Lake Bunyoni, an dem wir gerade untergebracht sind, angehalten; hier eines der Schönsten :)

 

Wir schicken Euch liebe Grüße!

  Erfolgreicher AufstiegBaby1 Baby2 Baby3 Lake Bunyoni

Campingsplatz "Red Chilli"/Kalinzu Forest (03.+04. Feb 2014)

Mittwoch, 05.02.2014

Am Morgen frühstückten wir bereits um sechs Uhr, da wir heute eine große Fahrt über die Grenze nach Uganda bis zum Campingplatz „Red Chilli“ vor uns hatten. Es war eine sehr lange Fahrt und wir kamen erst gegen 19 Uhr an. Glücklicherweise hat uns Steve Essen bestellt und es gab gekochte Bananen, Rindfleisch, Kürbis und Reis. Wir haben uns für eine Übernachtung im Schlafsaal entschieden für einen Aufpreis von Aufpreis 3$ absolut prima.

Da wir ja nicht auf Urlaub sind, sondern ein Abenteuer unternehmen, gab es wieder um 6 h Frühstück und wir setzen unsere Fahrt in den Kalinzu Forest fort. Hierbei handelte es sich nicht um einen Campingplatz, sondern einfach um einen Platz inmitten des Regenwaldes, ohne Strom, ohne fließendes Wasser. Die Landschaft ist wunderschön und geprägt vom Teeanbau. Wir bekamen eine Führung durch eine Teeplantage. Ich wusste nicht, dass sich grüner und schwarzer Tee eigentlich nur darin unterscheiden, dass der grüne nicht fermetiert wird. Nach unserer Rückkehr hatte ein Waisenchor einige Lieder und ein kurzes Theaterstückchen für uns vorbereitet. Ihre Eltern waren an den Folgen von HIV gestorben. Es war sehr berührend.

Unseren Rucksack haben wir inzwischen umsortiert und man findet relativ schnell was man sucht – auch das muss man eben „lernen“. Am Abend saßen wir unter wunderschönem Sternenhimmel am Lagerfeuer, tranken Tusker (Bier) und lauschten den Vögeln, Affen und der Natur.

Am Morgen folgte ein Schimpasentracking. Die Reisegruppe war in zwei Gruppen geteilt. Der Track war schwiederig und teilweise sehr steil, aber es sollte ein guter Einstieg zum Gorillatracking werden. Über Bäume, Bäche, vorbei an Farnen so hoch wie Bäume mit wundervollen Lichtspielen. Leider konnte wir nicht fotografieren, da die Führerin geradezu durch den Wald gerannt ist. Schimpansen legen große Strecken am Tag zurück, weshalb die Suche (=track) sich weniger einfach gestaltet, aber wir haben sie dann doch noch gefunden. Man kann es vorher nicht glaubenn wieviele atemberaubende Momente man hier erleben darf.

 

Es gab kurzes Mittagessen und schon waren wir wieder im Truck unterwegs in Richtung des Lake Bunyoni. Man traut sich gar nicht zu schlafen, oder die Augen zu schließen bei dieser wundervollen Landschaft, zudem sind die Straßen nur geschoben und man wird nur durchgerüttelt. Wir legten einen Stop in Kabale ein, um zum Geldautomat zu kommen und ein paar Snacks und Getränke zu kaufen. Nun folgte eine kurze Fahrt bis zum Lake Bunyoni. Nico undich hatten uns entschiedene für die kommenden drei Nächte am See ein Zimmer mit Bad zu nehmen (Aufpreis 44$/Nacht). Die Stromsituation in Uganda ist nicht so einfach. Es gibt nur stundenweise Strom, aber man gewöhnt sich langsam daran, dass Strom etwas sehr wertvolles ist. Bemerkenswert ist es, dass hier überall nur Energiesparlampen eingesetzt werden. Hätten wir nicht erwartet. Am Abend gab es endlich Strom und es gab warmes Wasser. Endlich duschen, welch Glücksgefühl  :o)

Start unsers Honeymoon Adventures

Samstag, 01.02.2014

Unser Truck startet pünktlich um 8Uhr in Nairobi (es war unlängst das letzte Mal das etwas „in time“ war). Als erstes sollte man als Leser wissen, dass dies kein Hochzeitsurlaub, sondern ein Hochzeitsabenteuer werden wird. Also laut unserem Guide Steven, der uns für die Tour von Nairobi nach Uganda und zurück nach Nairobi begleiten wird, dauert die Fahrt zu unserem ersten Campingplatz mit einigen Stopps ungefähr 7 Stunden…ungefähr!

Great River Valley   Campsite River Site Truck Pool River Site River Site

Wir sind gut über die Straßen gekommen, aber trotzdem kamen wir erst gegen fünf Uhr am Abend an. Zeit genug einen Rundgang durch den wundervollen Campingplatz zu bekommen und das Zelt im letzten Sonnenlicht aufzuschlagen. Man bedenke, dass wir in Äquatornähe sind, es innerhalb einer halben Stunde dunkel wird und dies bereits gegen 19 Uhr ist. Der Campingplatz ist wunderschön. Es gibt eine tolle Bar, einen Pool (wir kamen leider zu spät an um ihn noch nutzen zu können), fließend und warmes Wasser, „richtige“ Toiletten - Wunderbar.

Der Tag war wirklich anstrengend, soviel neue Eindrücke und die Fahrt. Es ist gar nicht daran zu denken lange auf den Beinen zu bleiben, es zieht einen freiwillig relativ früh ins Bett.

Soweit zur Reise, vielleicht noch etwas zu unserer Gruppe. Die Reise war komplett ausgebucht und besteht somit aus 22 Abenteurern, unserem Guide Steve und unserem Ashley, der unseren Truck fährt, aber auch überall helfend zur Seite steht. Die Mitreisenden kommen aus Australien, Kanada, Schottland, USA und Deutschland (5!).

Wir sind in Iglu-Zelten untergebracht für je zwei Personen. Die Zelte sind selbst auf- und abzubauen. Wir wurden in vier Gruppen eingeteilt und jeden Tag haben wir andere „Pflichten“. Zu diesen Pflichten gehören Vorbereiten der Speisen, Abspülen, Packen und das Aufräumen des Trucks und der Picknickplätze; zusammen macht es ja alles auch Spaß.

 

Soviel dazu :)

Nairobi

Freitag, 31.01.2014

Endlich ist es soweit und wir sind auf dem Weg zum David Sheldrick Wildlife Trust, um uns die ersten Elefanten in Afrika anzusehen. Auf dieser Farm werden verwaiste Elefanten und Spitzmaulnashörner aufgezogen und später ausgewildert. Wir haben jedoch nur eine gute Stunde bei der Fütterung und dem Herumtollen der Kleinen zugesehen - so drollig :o)

 

Nachdem wir die Elefanten gestreichelt haben, sollten es auch noch gleich die Giraffen sein (Nico hat sich nicht getraut) und es ging auf zum Griraffen Zentrum, welches aus dem "Afrika Fond für gefährdete Tierarten (Kenia)" finanziert wird. Die Giraffe Ashley gab mir sogar einen Kuss (sie zu schnell oder Nico zu langsam beim knipsen).

 

Wie wir ja bereits am Tag zuvor vom Guide erklärt bekamen gibt es 42 Stämme in Kenia. In Nairobi wurde ein Zentrum (Bomas of Kenya) errichtet, in dem alle Stämme vorgestellt werden und deren verschiedenen Lebensweisen vorgestellt werden. Darin steht ebenfalls ein großes Theater mit ca. 3500 Sitzplatzen, in dem Stammestänze mit Musik vorgeführt wurden; es war beeindruckend.

 

Wir verbringen inzwischen leider viel Zeit im Truck und wir haben nicht allzu viel Zeit von allem zu berichten, aber wir versuchen, wenn wir Internetzugang haben, ein paar Fotos hochzuladen.

Viele Grüße in die Heimat.

Welcome to Nairobi

Donnerstag, 30.01.2014

Wir haben es geschafft und sind nach fast 24 h im Hotel angekommen.

Unser Reiseleiter George hat uns in Empfang genommen und mit uns zusammen die nächsten zwei Tage geplant, die noch nicht im Reiseplan beinhaltet waren. George ist 37 und gehört dem Stamm der Luo an (Kenia hat insgesamt 42 Stämme, dazu sicherlich an anderer Stelle mehr). Was ihr sicherlich nicht wusstet, dass Barack Obama auch aus diesem Stamm stammt. Der Name setzt sich aus zwei Teilen zusammen O und Bama, wobei das O für ein männliches Mitglied des Stammes steht und Bama übersetzt etwas wie "wankemütig" sein soll (wir gehen nun einfach mal davon aus, dass George das richtig erzählt hat).

Am Abend sind wir unter die Carnivoren gegangen und haben uns mit allerlei leckeren Fleichsorten vom Grill (u. a. Krokodil, Büffel, Hühnchen,...) verwöhnen lassen. Unbeschreiblich! Persönlicher Begleitschutz von George und Patrick, die vor dem Restaurant, gleich hinter der Sicherheitskontrolle auf uns gewartet haben.

Sicherheit wird hier nach dem Anschlag auf das Westgate-Einkaufszentrum im September 2013 groß geschrieben. Überall sind Schranken aufgebaut, die Autos werden durchleuchtet und die Personen "gescannt". Es ist erschreckend, wie sehr man Menschen vor Menschen beschützen muss.

Das war's für heute aus dem Hotel "Boulevard" in Nairobi.

Kwa heri ya kuonana.

Tick Tack, Tick Tack

Dienstag, 28.01.2014

Es ist Dienstag Nachmittag, 14:45h MEZ bei 8°C im wunderschönen Leimen. Ich habe bereits gestern Abend meine Bürotür abgeschlossen um mich voll und ganz dem Packen und den Vorbereitungen widmen zu können; hatte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt. Die gefühlten tausend Merkzettel aus meiner Hosentasche habe ich nun in "wichtig" und "unwichtig" eingeteilt, eventuell brauch ich ja zum Schluss den "unwichtig" Stapel nicht mehr ansehen, da entweder keine Zeit mehr ist, oder der Rucksack eh schon zum Bersten gefüllt ist. Gibt mir zumindest das Gefühl heute schon produktiv gewesen zu sein :o)

In 30 h sind wir hoffentlich schon in der Luft, können uns entspannt zurücklehnen und den Stapel "unwichtig" vergessen, denn es kommt doch eh immer anders als man denkt.

Hakuna matada.

Bald geht es los

Sonntag, 05.01.2014

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.